Bilder und Berichte von Exkursionen

Besuch der Bergische Grauwacke Steinbruchgesellschaft in Lindlar

Am Samstag, dem 9. Juni 2018, begab sich der Geschichtsverein auf eine Exkursion zu den weltbekannten Grauwackesteinbrüchen in Lindlar. Stefan Blumberg von der Lindlar-Touristik zeigt uns die Produktion und Verarbeitung dieses besonders säurebeständigen Gesteins. Seit 300 Jahren wird hier Stein gebrochen. Die Gesteinsmassen reichen noch für weitere 300 Jahre.

Die Fossilie zeigt Stielglieder einer Seelilie.

 

 

Mit riesigen hängenden Kreissägen werden die Steine geschnitten.

 

 

Auch den jüngsten Teilnehmern wurde gezeigt, wie ein Steinmetz mit Hammer und Meissel den Stein bearbeitet. Spontan kam der Wunsch auf, Steinmetz zu werden.

 

Auch eine Gravur auf Grauwacke gehört heute zur Arbeit eines Steinmetzes

Der Geissbock Hennes kann zur Zeit für den geplanten Zweck nicht verwendet werden, da in der Bodenplatte 1. Liga eingraviert ist. Dort ist der 1 FC Köln leider zur Zeit nicht zu finden.

Solche Motive werden mit Wasserstrahl aus den Steinen geschnitten.

Übereinstimmend waren wir nach cá 2,5 Stunden Führung der Meinung, vieles interessantes Neues gehört und gesehen zu haben. Die Art, wie Herr Blumberg sein Wissen auf eine lockere Art weitervermittelte, fanden wir besonders unterhaltsam. Den Besuch des Steinbruches können wir nur weiter empfehlen.

 

Besuch der Firma Korte-Einrichtungen in Kürten

Der erste Ausflug in diesem Jahr führte die interessierten Mitglieder und Gäste am 22.02.2018 zur Firma Korte-Einrichtungen GmbH in Kürten, Wipperfürther Straße 440.

 

Nach Rücksprache mit dem Betriebsleiter der Firma Korte, Herrn Gotschika, sollte die Gästezahl nicht mehr als 20 Personen betragen. ie Anmeldezahl lagt deutlich darüber, ein weiterer Besichtigungstermin wird folgen.

 

Zuerst wurden wir im Ausstellungsraum von Herrn Gotschika begrüßt und mit Kaffee und Kuchen verwöhnt. Herr Korte Sen. ließ sich wegen eines auswärtigen Kundenbesuches entschuldigen, er hätte gerne einige Begrüßungsworte an uns gerichtet.

Der Betriebsleiter erklärte uns den Werdegang der Firmenentwicklung und daß jetzt eine Erweiterung mit einer großen Halle in Richtung Tannenbaum vorgesehen ist. Der Rundgang im Betrieb war sehr eindrucksvoll und hat uns einen umfassenden Einblick in die Produktionsabwicklung gegeben. Es werden jährlich etwa 500 - 600 Theken, hauptsächlich an Bäckereien und Metzgereien, ausgeliefert. Die Kunden befinden sich nicht nur in Deutschland, sondern früher auch in Australien, Neuseeland, Dubai usw. und momentan im Kosovo oder Russland. Alle Besucher waren voll begeistert.

 

Der Abschluß dieser schönen Stunden fand in der Landbäckerei Bauer in Kürten statt.

 

Günther Brochhaus

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Ein beschädigtes Kreuz verbindet Nachbarn

Die Restaurierung des Winterberger Kreuzes

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Seit 124 Jahre steht das Wegekreuz an der Kreuzung Winterberg / Durstenweg / Pfarrer- Pohl-Straße. Das Kreuz ist ein Hofkreuz, das von den Besitzern des nahen Gütchens seinerzeit errichtet wurde, nachdem der Hausherr Jacob Gronewald verstorben war. Für die Winterberger ist es "ihr" Kreuz, an dem es sich gut rasten lässt und das Kulisse für so manches Fest war.

Im Winter 2015 wurde das Kreuz bei einem Sturm durch einen umstürzenden Obstbaum vom Sockel geworfen. Der Anwohner Manfred Haasbach rettet erst einmal die beschädigten Teile. Dann spricht er Kunibert Förster an, der als Mitglied im Kürtener Geschichtsverein gleich die richtige Idee hat, wie man am besten das Kreuz wieder herstellt. Der Verein hat nämlich einschlägige Erfahrungen in der Rettung solcher Kulturgüter. Der Geschichtsverein übernimmt die organisatorischen Tätigkeiten für die Wiederherstellung: Planung der Restaurierung, Einholen von Genehmigung und Angeboten, Auftragserteilung an eine Fachfirma, die das denkmalgeschützte Kreuz wieder in seinen alten Zustand versetzt. Im Winter 2015 wurde das Kreuz bei einem Sturm durch einen umstürzenden Obstbaum vom Sockel geworfen. Der Anwohner Manfred Haasbach rettet erst einmal die beschädigten Teile. Dann spricht er Kunibert Förster an, der als Mitglied im Kürtener Geschichtsverein gleich die richtige Idee hat, wie man am besten das Kreuz wieder herstellt. Der Verein hat nämlich einschlägige Erfahrungen in der Rettung solcher Kulturgüter. Der Geschichtsverein übernimmt die organisatorischen Tätigkeiten für die Wiederherstellung: Planung der Restaurierung, Einholen von Genehmigung und Angeboten, Auftragserteilung an eine Fachfirma, die das denkmalgeschützte Kreuz wieder in seinen alten Zustand versetzt.

 

Derweil sammeln die beiden engagierten Nachbarn Geld für die Restaurierung und richten die Kreuzumgebung wieder her. Dabei werden bewusst nicht nur die Alteingesessenen angesprochen, die vielfach einen engen Bezug zum Kreuz haben, sondern auch die Neubürger, die erst in jüngster Zeit ihre neuen Häuser im nahen Neubaugebiet bezogen haben. Die Bereitschaft, die Restaurierung des Kreuzes zu unterstützen, ist sehr groß. Auch die Altbesitzer des Kreuzes sind mit einer nennenswerten Summe dabei. Die neuen Besitzer des Kreuzes – es gehört mit dem Grundstück, auf dem es steht, zum Neubaugebiet Winterberg – versichern, dass das Kreuz nach der Restaurierung weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich bleiben wird.

Nachdem das Kreuz wieder aufgerichtet, das Gärtchen frisch bepflanzt und der gusseiserne Zaum darum neu gestrichen sind, kann die Neueinweihung stattfinden. Am 10. Juni 2017 – einem Samstag, so dass auch berufstätige Nachbarn teilnehmen können – wird bei strahlendem Sonnenschein das Kreuz in einer kleinen Feier neu geweiht und der Öffentlichkeit übergeben.

 

 

An die 80 Anwohner sind der Einladung gefolgt und feiern mit. Manfred Haasbach begrüßt alle Nachbarn und Gäste, darunter die Vertreter der beiden Konfessionen, den Vorstand des Geschichtsvereins, ein Mitglied der alten Besitzerfamilie sowie den neuen Besitzer des Kreuzes mit Familie. Er berichtet über die Aktionen zur Rettung und Wiederherstellung des Kreuzes und seine große Bedeutung für die Anwohner.

Die beiden Geistlichen, der katholische Pastor Harald Fischer und der evangelische Pfarrer Ralph Knapp erläutern den Sinn solcher Kreuze, sprechen zusammen mit den Anwesenden das Vaterunser und segnen das Kreuz und die Anwesenden.

Das Kreuz trägt auf einer marmornen Tafel auf dem Sockel die Inschrift:

Rette Deine Seele!

Errichtet
von den Eheleuten
Jakob Gronewald
und
Anna Katharina Dahl

1893.

Im Gemeindearchiv sind zu den genannten Personen folgende Informationen zu finden:

Jacob Grunewald, geboren am 25. Januar 1825, gestorben am 20. September 1892. Er ist im nahen Miebach geboren worden und auch dort verstorben. Seine Eltern sind die "Ackers-Leute Peter Grunewald und Gertrud Weber, beide gestorben zu Miebach“.

Am 24. Februar 1869 – die Ehefrau Anna Catharina war da schon 43 Jahre alt – wurde Sohn Peter in Winterberg geboren. Vermutlich gab es noch mehr Kinder, doch davon ist weiter nichts bekannt

Das Wegekreuz wurde also unmittelbar nach Jacobs Tod (Alter: 67 Jahre) durch die Hinterbliebenen errichtet. Wie man aus der Sterbeurkunde schließen kann, lebte die Ehefrau Anna Catharina Dahl zum Zeitpunkt des Todes ihres Mannes noch.

Über das Leben des Sohnes Peter Grunewald ist nichts weiter bekannt. Er hat vermutlich aber den Hof bald abgegeben, denn irgendwann taucht als neuer Besitzer Johann Pütz auf. Laut mündlicher Überlieferung hat er eine Grunewald aus Miebach geheiratet. Als er nach Jahren verwitwet und kränklich war – er hatte selber keine Nachkommen, holte er sich Josefa Kohlenbach ins Haus, die ihn versorgte und pflegte. Das muß in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg gewesen sein.

Diese Josefa hatte offensichtlich eine soziale Ader. Und sie hatte sich einen guten Ruf als Pflegerin erworben. Nachdem sie bereits ihren Vater bis zu seinem Tod gepflegt hatte, hat sie einen kranken Bauern "Auf der Börsch" (der Weiler Oberbörsch direkt oberhalb von Winterberg) ebenfalls betreut.

Josefa machte ihre Arbeit offensichtlich gut, denn Johann Pütz vermachte ihr aus Dankbarkeit sein Gütchen. Josefa, die ledig geblieben war, hütete und pflegte ihr Erbe. Schließlich aber, als es altersmäßig und gesundheitlich nicht mehr so gut ging, verschenkte sie das Anwesen an ihre Geschwister bzw. Nichten und Neffen, die es heute noch als Erbengemeinschaft besitzen. Sie selber zog sich Anfang der 1950er Jahre nach Bad Godesberg auf ihr Altenteil zurück.

Die Erben verpachteten das Anwesen 1954 an die Familie Kohlgrüber aus Bersten. Willi Kohlgrüber war Bergmann und später Maurer. Den Hof betrieb er als Nebenerwerbsbetrieb. Nachdem Willi Kohlgrüber früh verstorben war, führte Berta Kohlgrüber mit ihrem Sohn Hermann Josef den Betrieb fort.

Rund 40 Jahre lebte die Familie Kohlgrüber auf dem Hof. Berta Kohlgrüber verlässt erst kurze Zeit vor ihrem Tod 1995 das alte Fachwerkhaus. Sohn Hermann Josef (Kolljrövers Jupp") baute sich in den 1980er Jahren ein eigenes Haus in Steeg. Das Gütchen aber bewirtschaftete er weiter. Ohne seine Arbeit als "Hobbybauer" kann er einfach nicht sein. Dabei zieht er vor allem Rinder groß. die aufgrund ihrer rein ökologischen Lebensweise (ohne Düngung der Wiesen und Weiden, ohne Masthilfsstoffe etc.) bestes Rindfleisch liefern.

Das kleine Fachwerkgebäude des Hofes allerdings verfällt mehr und mehr. Ein Teil des Gutes ist inzwischen als Bauland verkauft und erschlossen worden. Rund 25 Familien haben ihre Einfamilienhäuser in den letzten beiden Jahren errichtet und bezogen. So verfällt Altes und Neues erwächst daraus.

 

Kunibert Förster schließt mit dem Wunsch, dass das Kreuz noch lange an die Stifterfamilie erinnern möge und eine Stätte bleiben möge, an der man sitzen und ausruhen kann! Nun freuen sich alle auf ein kühles Getränk oder einen heißen Kaffe mit einem Stück Kuchen. Bald sind lebhafte Gespräche im Gange. Wechselnde Runden bilden sich, Kontakte zwischen Altanwohnern und Neuzugezogenen aus dem unmittelbar am Kreuz liegenden Neubaugebiet werden geknüpft. Bis in den späten Nachmittag bleiben die Nachbarn zusammen. So wird bei der Feier nicht nur ein restauriertes Kreuz neu geweiht, sondern auch der Grundstein für eine gute Nachbarschaft gelegt.

Planwagenfahrt „Rund um Bechen“

Sehr angetan waren die Teilnehmer der Planwagenfahrt des Geschichtsvereins am 4. August. Mit 22 Teilnehmern war der Wagen ausgebucht. Einige Teilnahmewünsche konnten deshalb nicht erfüllt werden. Nach einer kurzen Einführung in die Trinkwasserversorgung von Bechen fuhren wir Richtung Hohemühle zum dortigen Pumpenhaus. Auf der Fahrt dorthin in Höhe von Wehrkotten hielten wir am dortigen Wegekreuz. Dr. Rainer Stahlke gab interessante Informationen zu der Hofschaft und dem Wegekreuz.

 

Am Pumpenhaus erwarteten uns der Vorsteher des Wasserbeschaffungsverbandes, Uwe Ludwig, und der techn. Angestellte, Werner Krämer. Herr Krämer erklärte den Weg des Wassers aus den Tiefbrunnen zu den Sammelbehältern, von dort über das Pumpenhaus und die Pumpen zum Hochbehälter und dann über das Wasserleitungsnetz zu den Verbrauchern. Dabei zeigte er die gesamten dazu erforderlichen Anlagen in Hohemühle und Oberossenbach . An das Wasser kamen wir aus nachvollzierbaren hygienischen Gründen allerdings zu keinem Zeitpunkt.

Ebenso äußerst interessant war der anschließende Besuch des Sägewerks Lenninghausen in Krautweg. Der Eigentümer Wilfried Lenninghausen erklärte uns alles persönlich. Nach der Besichtigung des Holzlagers ging es in die Sägehalle. Sehr beeindruckt waren wir von der Geschwindigkeit, in der die Stämme geschnitten, anschließend das Holz automatisch vermessen und der Lagerung zugeführt wird. Das Sägemehl wird in einem großen Ofen verbrannt. Mit der dadurch gewonnen Energie werden neben der Trockenkammer noch mehrere Wohnhäuser in der Nachbarschaft beheizt.

 

Anschließend brachte uns der Planwagen in Neuensaal an die Biesfelder Straße zu Josef Eiberg.

Trotz seines inzwischen hohen Alters erläuterte er uns, wie er selbst die Vielzahl von Helmen in seiner Wohnung nach historischen Mustern gefertigt hat. Die Wohnung war für uns wie ein kleines Museum.

Mit Planwagen ging es weiter über den „historischen Heerweg“ nach Pohl. Dr. Rainer Stahlke zeigte uns, wo

Im 19. Jahrhundert nach Eisen geschürft wurde.

Nach der Weiterfahrt zur St. Maternus-Kapelle in Schnappe holte Bernd Weber seine beiden Esel Max und Moritz zu der Gruppe. Anschließend erzählte er uns einiges über die Geschichte von Pferdewechselstation, Brunnen und Kapelle.

Zum guten Schluß fuhren wir dann weiter zu Herbert König in Bechen und seiner Sammlung von meist größeren historischen Traktoren. Sie wurden in unzähligen Arbeitsstunden von ihm zu Schmuckstücken restauriert. Lanz, MAN, Deutz, Hanomag usw. waren die Schlepper, die von allen bestaunt wurden. Sehr interessiert schauten wir zu, wie ein alter Lanz mit dem an der Seite aufgesteckten Lenkrad gestartet wurde.

4 Stunden hat die Rundfahrt gedauert. Vielseitige Erinnerung blieben in unseren Köpfen. Vielleicht kann man so etwas in einem anderen Ortsteil wiederholen.

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Besuch des Deutz - Technikums in Porz

Am 20. 6. 2017 besuchten wir das Deutz-Technikum in Köln Porz. Wir waren bei der Führung mit 12 Personen vom Geschichtsverein Kürten und 4 weiteren Besuchern. Geführt hat uns der ehemalige Mitarbeiter Herr Gatsch

Die Firma Deutz AG ist uns bekannter von dem früheren Namen "KHD Klöckner-Humboldt-Deutz". Sie wurde 1864 gegründet von Nicolaus August Otto und Eugen Langen. Im Jahr 2001 trennte sich die Deutz AG vom Industrieanlagenbau und wurde zum reinen Motorenhersteller. 2007 erfolgte der Umzug von Köln-Mühlheim nach Porz-Eil. Hier waren Ende 2016 etwa 2200 Mitarbeiter von insgesamt 3665 beschäftigt.

Wir durften zuerst die Motorenfertigung in der Halle 40 besichtigen, die wir in einer ca. 20 minütigen Wanderung von unserem Treffpunkt aus erreichten. Das war sehr eindrucksvoll und hoch interessant. Es werden Motoren in allen Größen für Traktoren bis zu großen landwirtschaftlichen Maschinen und Baumaschinen gefertigt.

 Nach einer knappen Stunde wanderten wir zurück zum Deutz-Technikum.  Die Ausstellung erstreckt sich über 3 Stockwerke mit rund 600 m². Ausgestellt sind 50 Antriebsaggregate aus verschiedenen Epochen. Die Maschine Nr. 1 von Nikolaus August Otto ist das Prunkstück der Ausstellung  und wird auch heute noch gelegentlich in Betrieb genommen. - Fotos -

 

Günther Brochhaus

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Besuch der Erdbebenstation in Bensberg

Anfang Mai 2017 besuchte der Geschichtsverein mit interessierten Mitgliedern und Gästen die Erdbebenstation in Bensberg. In einem kleinen unscheinbaren Gebäude in der Nähe des Krankenhauses, wird die Anlage seit 1954 betrieben.

Empfangen wurden wir von Professor Dr. Hinzen, der uns spannend und anschaulich visualisiert, für jedermann verständlich, in die Welt der Erdbeben eintauchen ließ. Interessant und aufschlussreich waren auch die Schilderungen zu den Erdbeben in „unserer“ Region (Kölner Bucht).

Nach der Theorie kam die Praxis. Wir besuchten das Allerheiligste, die Kellerräum, in denen wir die alten, teilweise noch in Betrieb befindlichen Seismografen, Sensoren und modernste Überwachungssysteme besichtigen, erläutert bekamen, in Ihrer Arbeit wirken sahen.
Vielen Dank an Professor Hinzen für einen spannenden Nachmittag!

Norbert Grothoff

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Info-Tafel aus dem Hintergrund des Bildes im Artikel

Mundartwörterbuch "Beesfeiler Platt"

Ein Wörterbuch für den Ort Biesfeld und Umgebung von Bernhard Dahl

Bernhard Dahl ist bekannt geworden als Schreiber von Theaterstücken für den Männergesangverein Biesfeld, der seit vielen Jahren einmal im Jahr ein volkstümliches Theaterstück in Biesfelder Mundart aufführt. Traditionell werden Lustspiele gebracht.


Bei seinen Regiearbeiten und bei den Vorführungen der Stücke musste Bernhard Dahl immer wieder feststellen, das längst nicht mehr alle Ausdrücke und Redewendungen im Platt von den Akteuren und den Zuschauern verstanden werden. So gab er seit Jahren vor jeder Aufführung Erläuterungen zu kaum noch bekannten Ausdrücken. Bald begann Dahl damit, die Erläuterungen aufzuschreiben. Auf diese Weise kam eine Sammlung von Begriffen und Redewendungen zustande, die typisch sind für den Ort Biesfeld und seine Umgebung.


Die Zusammenstellung lässt erkennen, daß Bernhard Dahl einen Großteil des Materials aus dem ländlich-bäuerlichen Bereich schöpft. Er ist auf dem elterlichen Hof in Rodenbach bei Ahlendung groß geworden. Mit der Muttermilch hat er das Platt eingesogen. Daheim wurde nur Platt gesprochen. Hochdeutsch kam als "erste Fremdsprache" hinzu, als er in Biesfeld zur Schule ging. Die Arbeit
in der Landwirtschaft förderte die starke Bindung an den bergischen Dialekt.


Die Sammlung erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Trotzdem ist sie eine interessante Ergänzung zum Mundartwörterbuch von Marlies Denst für den Raum Olpe - lassen sich hier doch die Unterschiede zwischen den Mundartvarianten diesseits und jenseits der kleinen Sprachgrenze – des sogenannten Kürtener Mundartmeridians – einander gegenüberstellen, der sich in etwa zwischen
Ober- und Unterkürten hinzieht. Zu Oberkürten zählt dabei der Landstrich von Delling über Forsten bis nach Wipperfeld hin. Hier sind Einflüsse des niederdeutschen Sprachraumes zu finden. In Unterkürten mit Eichhof, Biesfeld, Bechen, Dürscheid und Offermannsheide dagegen finden wir einen rein ripuarischen, also ober- oder hochdeutschen Sprachraum vor. Die Unterschiede - über die Theo Stockberg ausführlich in den "Kürtener Schriften" berichtet hat - äußern sich besonders deutlich in Begriffen für "wir": in Oberkürten "fi'er" ausgesprochen, in Unterkürten aber "mir" oder "mer"; oder "Zeit" = "Ziet" (Oberkürten), aber "Zick" (Unterkürten).


Der Geschichtsverein für die Gemeinde Kürten und Umgebung e. V. übernahm es, die Sammlung in enger Abstimmung mit dem Autor so aufzubereiten, dass sie letztlich in Druck gehen konnte.


Bernhard Dahl selber schreibt zu seinem Werk: Die bergische Mundart ist deftig, aber ehrlich. Es wird immer direkt zum Ausdruck gebracht, was gemeint ist. Die Aufstellung der Begriffe und Beispiele dazu soll ein Versuch sein, die alten und schönen Redensarten,
die auch viel Lebensweisheiten enthalten, zu erhalten. Am einfachsten geht das durch den ständigen Gebrauch.


Hier einige Beispiele:
Ä’epelsschlòòt 1) Kartoffelsalat
Abberaasch 1) Getue, Aufheben, 2) Dä maat en Abberaasch – Der macht ein Getue / Aufhebens.
äcker, äckisch 1) nur, bloss, 2) Esch hanner äckisch eenen – Ich habe nur einen.
drell 1) eilig, 2) Hästet drell? – Hast du es eilig?
Drüülädder 1) ein steifer, trockener Mensch
Fennekicker 1) Trichinenbeschauer (suchte bei den Hausschlachtungen nach Finnen und Trichinen im Fleisch)
Hankaasch: 1) dicker, hängender Hintern; jemand, der alles schleifen lässt; 2) Wat hät dä en Hankaasch – Was hat der einen hängenden Hintern. Dat es en richtijen Hankaasch – Das ist ein richtiger Trottel.
kieven 1) keifen, schimpfen
Krall 1) Perlenkette
Wenkelswaar 1) Lebensmittel (die man im "Wenkel", dem "Tante_Emma-Laden", einkaufte)
Und noch ein Spruch: Uus enem truurijen Aasch kann kennen fröhlichen Fu’ez kummen – Von einem Trauerkloos kann man keine Fröhlichkeit erwarten.

Für 5,- Euro ist das 124 Seiten starke Büchlein erhältlich bei:

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  • - dem Autor Bernhard Dahl
  • - folgenden Mitgliedern des Geschichtsvereins: Karl Heinz Berster, Kunibert Förster, Rainer Stahlke
  • - Buchhandlung Bücherwolf, Kürten;
  • - REWE-Markt Oberbörsch, Eichhof
  • - Raiffeisenbank Kürten-Odenthal, Zweigstelle Biesfeld
  • - Lotto-Toto Kapoor, Dürscheid;

Neuer Schaukasten des Geschichtsvereins am Mühlenwanderweg  in Olper Mühle

Peter W. Lamsfuß (1906 – 1989) war Landwirt  mit drei Kühen und einem Pferd in Dhün (Nachbarort von der ebenfalls in der Dhünntalsperre verschwundenen Plätzmühle). Sein Zusatzverdienst bestand im Mühlsteineschärfen. Er fuhr zunächst mit dem Fahrrad  und seiner Kiste mit Werkzeug zum Kunden. Seine Tätigkeit führte ihn bis nach Köln-Dünnwald. Später konnte er sich ein Zündapp- Motorrad leisten, um seine Kunden zu besuchen. Neben den klassischen Wassermühlen gab es mit Beginn der Stromversorgung elektrisch betriebene Kleinmühlen (mobile Mühlen), die auf vielen Bauernhöfen betrieben wurden. Diese waren meist mit  Kunststeinen ausgerüstet, die auch geschärft werden mussten. Sein Sohn Peter Josef Lamsfuß stiftete uns die noch vorhandenen Werkzeuge mit den austauschbaren Spitzen: Einen Kraushammer zum Aufrauhen der Steinoberfläche und eine Bicke zum Nachziehen der Luftfurchen.Werner Häck stellte den Schaukasten zur Verfügung, der vom Geschichtsverein bestückt wurde.

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Barbara Müller (Vorsitzende des Geschichtsvereins)  und Werner Häck (Eigentümer der Olper Mühle)

vor dem neuen Schaukasten. In ihm wird der Aufbau einer Getreidemühle, der Vorgang des Anhebens und Drehens eines Mühlsteins sowie die erforderlichen Werkzeuge  zum Schärfen der Steine gezeigt.

Herbstfest 2016  - 25 Jahre „Geschichtsverein Kürten“

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