Fachwerkhaus Zur Post Biesfeld


Fassung: 2020.01.25

 

Ausgang des 18. Jahrhunderts ließen sich Wilhelm Frielingsdorf und seine Frau Anna Sybilla Neuenhaus in Biesfeld nieder und bauten um 1790 eine Gaststätte „Alte Post“. Das langgestreckte zweigeschossige Fachwerkhaus, verputzten Bruchsteinsockel mit Sandsteinabdeckung und Satteldach wurde als typisches bergisches Fachwerk in Ständerbauweise errichtet. Die Balken, Streben und Stützen des Fachwerks sind schwarz und deren Fächerung weiß angestrichen. Typisch bergisch sind auch die weißen Tür- und Fensterleibungen, weiße Sprossenfenster und grüne Fensterläden. Der westliche Giebel (Wetterseite) ist verschiefert.

 

In den 1920er Jahren hieß die Gastwirtschaft bereits „Zur Post“. Betrieben wurden neben einer Gastwirtschaft, ein Kramladen und eine Poststation. Der Poststation kam eine größere Bedeutung zu, als 1847 bis 1853 die Straße von Mühlheim (Köln) nach Wipperfürth ausgebaut wurde. In einem Nebengebäude zurückgesetzt an der Ostseite, gab es eine sogenannte Krautpasche (zur Herstellung von Apfelkraut) und die aus dem Hauptgebäude in einem kleinen Anbau ausgelagerte Poststation. Die Krautpasche wurde noch bis in die 50er Jahre hin betrieben. An der Westseite zum ehemaligen Pfarrhaus hin, befand sich eine Kegelbahn. Der Kramladen auf der rechten Gebäudeseite wurde bereits 1968 geschlossen.

 

Die bis zuletzt verbliebene Gaststätte wurde 2004, nach dem Tod von Gastwirt Josef Küster, geschlossen. Nach einer gründlichen Renovierung sowie versehen mit neuen Anbauten wurde die Gaststätte im Jahr 2008 wiedereröffnet. Neu waren das Restaurant und das Hotel. Der auf der linken Gebäudeseite befindliche Schankraum des Gebäudes hat weitgehend den ursprünglichen Zustand behalten. Leider wurde die alte Theke ausgetauscht; die nunmehr in einen Supermarkt in Bergisch-Gladbach-Sand steht. Eine Tafel mit historischen Daten befindet sich in einem Gastraum des Restaurants an einer Wand.

 

Das Gebäude wurde 1994 unter Denkmalschutz gestellt. Die vor der straßenseitigen Gebäudefront vorhandenen fünf alten Linden besitzen ebenfalls Denkmalwert bzw. Naturschutz im Zusammenhang mit dem Gebäude (Denkmal Nr.: 123).

 

Quellen:

 

Werner Lauktien: Gasthaus „Zur Post“ in Biesfeld, neues Leben im alten Fachwerk, Kürtener Schriften, Heft 7, November 2009, Herausgeber: Geschichtsverein für die Gemeinde Kürten und Umgebung,

 

Geschichtsverein für die Gemeinde Kürten und Umgebung e. V.: Von Wegekreuzen,

Mühlen und Dolinen -- Kulturhistorische Zeugnisse in der Gemeinde Kürten, 2009,

 

Gemeinde Kürten: Denkmalliste der Gemeinde Kürten, Denkmal Nr.: 114,

 

Josef Büchel, Peter Gronewald: Bilder aus alter Zeit, Gemeinde Kürten, MD&V Meinerzhagener Druck-und Verlagshaus, 1984

 

 

 

 

 

Biesfeld um 1930, rechts Gasthaus „Zur Post“ (Bild aus Büchel…).

 

Verfasser: Hans Reck

 

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