Bericht zum "Besuch im Drehorgelmuseum Marienheide" am 17. Januar 2026
Artikel: Christine Jülich ; Fotos: Christine Jülich
2026-02-01

„Kavaliersgeschenke“ & analoge Anekdoten
Am Samstag, den 17. Januar 2026, besuchte der Geschichtsverein Kürten das Drehorgelmuseum in Marienheide-Kempershöhe. In der ehemaligen Dorfkirche erwartete uns eine ebenso unterhaltsame wie kenntnisreiche Führung durch die Welt der mechanischen Musikinstrumente aus drei Jahrhunderten.
Empfangen wurden wir von Dr. Wimmer, dem Leiter und Gründer des Museums, der nicht nur fachlich beeindruckte, sondern durch seine erzählerische Art Wissen und Anekdoten so ineinander webte, dass die Führung wie eine lebendige Zeitreise wirkte.
Die Kernfrage war:
Wie wurde Musik festgehalten, bevor es die heute bekannten Tonträger und Elektronik gab?
Dr. Wimmer führte durch die Entwicklung mechanischer Musik: von kostbaren Spielwerken für Wohlhabende über Wechselwalzen, die das Abspielen von mehr Melodien ermöglichten, bis zur Metallscheibe, die in großer Stückzahl gefertigt werden konnte und damit mechanische Musik auch für andere Käuferschichten erschwinglicher machte.
Das mechanische Prinzip der Musikerzeugung über Stifte und Brücken wurde nicht nur theoretisch erklärt, sondern durch das Abspielen der Instrumente hörbar gemacht. Alltäglich war keins der Instrumente und dennoch fanden sich besondere Hingucker wie ein sich drehender Christbaumständer mit Musikfunktion, ein kostbares „Kavaliersgeschenk“ sowie eine Hochzeitsuhr mit bewegter Szene.
Am Ende blieb vor allem das Gefühl: Das war kein „Durchlaufen von Vitrinen“, sondern ein lebendiger Vortrag mit Klang, getragen von der Persönlichkeit des Museumsleiters. Dr. Wimmer verstand es, historische Fakten, technische Funktionsweisen und menschliche Geschichten so zu verbinden, dass die Zeit gerade so verflog. Besonders zu erwähnen ist, dass das Drehorgelmuseum nicht nur eine Privatsammlung, sondern als immaterielles UNESCO-Kulturerbe anerkannt ist und im Jahr 2025 mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet wurde.
Abgerundet wurde der Ausflug mit einer gemeinsamen Einkehr und anschließendem Spaziergang zur Neyetalsperre.
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