Zusatzinformation zum Grab- bzw. Gedenkstein aus Offermannsberg von 1656/1682,

ausgestellt am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, den 13.09.2026


Boris Jülich



Ein rätselhafter Stein aus Offermannsberg


Auf dem Grundstück der ehemaligen Vikarie in Offermannsberg wurde ein bemerkenswertes Zeugnis aus dem 17. Jahrhundert entdeckt: das Fragment eines Grab- beziehungsweise Gedenksteins mit den Jahreszahlen 1656 und 1682.


Der Stein war als Randstein an einem Weg verbaut. Dabei lag die beschriftete Seite in Richtung des Rasens, sodass die Inschrift zuvor nicht sichtbar war. Weitere Bearbeitungsspuren lassen vermuten, dass der Stein möglicherweise schon früher als Baumaterial verwendet worden war. Darauf deutet insbesondere ein halbrunder Ausschnitt hin, der nicht wie ein gewöhnlicher Frostschaden aussieht.


Erhalten ist nur die linke Hälfte des ursprünglichen Steins. Zudem ist sie in mehrere Teile zerbrochen. Trotz dieser starken Beschädigungen lassen sich noch einzelne Wörter, Namen und Jahreszahlen erkennen.


Die erhaltene Inschrift

Soweit lesbar, wurde der Text folgendermaßen übertragen:


ANNO 1656 DEN (2) …
DECEMb STARF DER E
(H) …
GEACHTER HA
…
SCHMIT SCHATZ
…
ZV ALPEN UN
…
(2) JUNY 1682 S(I)…
MARGARITHA DES
…
…I(E) FRAW ♦ D ♦ S ♦ G ♦ …


Die eingeklammerten Buchstaben und Zahlen sind nicht eindeutig zu erkennen oder nur fragmentarisch erhalten. An den mit drei Punkten gekennzeichneten Stellen fehlen Textinformationen beziehungsweise Teile des Steins. Einige Passagen lassen noch typische Formulierungen historischer Grabinschriften erkennen. Dazu gehören die Jahresangaben, ein Sterbehinweis sowie der Name Margaritha. Eine vollständige Lesung oder sichere Zuordnung der genannten Personen ist wegen der fehlenden rechten Hälfte jedoch nicht möglich.


Gerade diese Lücken machen den Fund besonders spannend: Wer waren die Menschen, an die der Stein erinnerte? Wo befand er sich ursprünglich? Und weshalb wurde er später bearbeitet und als Randstein wiederverwendet? Auch wenn die Inschrift heute nur noch bruchstückhaft zu lesen ist, gibt der Stein einen unmittelbaren Einblick in die Vergangenheit Offermannsbergs. Zugleich zeigt der Fund, dass sich historische Zeugnisse manchmal an ganz alltäglichen Orten verbergen – und erst nach Jahrhunderten wiederentdeckt werden.


Der fragmentierte Grab- beziehungsweise Gedenkstein wurde auf dem Grundstück der ehemaligen Vikarie in Offermannsberg entdeckt. Auf der erhaltenen linken Hälfte sind unter anderem die Jahreszahlen 1656 und 1682 sowie der Name Margaritha erkennbar.

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