Cleverhof Offermannheide

 

Stand: 10.12.2021

 

 

Historische Landkarten für das Amt Steinbach belegen, dass der Ort bereits 1715 bestand und dort als Freihof n. Clef benannt wurde. Aus einer Landkarte aus dem Jahre 1789 geht hervor, dass Cleverhof Teil der Hohnschaft Engeldorf war. Unter der französichen Verwaltung zwischen 1806 und 1813 wurde das Amt Steinbach aufgelöst, und Cleverhof gehörte zur Mairie Kürten. Ab 1816 unter preußischer Verwaltung gehört der Cleverhof zur Bürgermeisterei und später zur Gemeinde Kürten. In einer Landkarte aus dem Jahre 1824 ist der Hof als Kleverhof oder Cleverhof verzeichnet, in einer Karte von 1830 als Hof Clev. In Mundart wird das Gut „Cliverhoff“ genannt, was Hof am Hang bedeuten könnte.

 

Das Wohnhaus des Gutes, in bergischer Fachwerkbauweise errichtet, liegt auf der linken Seite. Ungewöhnlich für bergische Fachwerkhäuser ist die Deckenhöhe von drei Metern. Die ehemaligen Stallungen sind auf der rechten Seite angeordnet. Die Stallgebäude auf der linken Seite sind noch älter als das Wohnhaus.

 

Am Fronleichnamstag am 19. Juni 1930 ging die Prozession von Offermannsheide nach Cleverhof und zurück. Noch während der Prozession ging eine Scheune in Cleverhof in Flammen auf. Die gesamten Heuvorräte waren zu beklagen. Im letzten Weltkrieg war am 18. Januar 1945 das Gut Ziel eines Fliegerangriffs. Eine auf der Westseite des Gutes gelegene Scheune brannte völlig ab. Das Stallgebäude und die Tenne wurden dabei beschädigt und es waren 30 Stück Vieh zu beklagen. Unmittelbar nach der Bombardierung wurde das Stallgebäude repariert und auf die Firsthöhe des Wohnhauses aufgestockt. Die Scheune wurde nicht wieder aufgebaut. Ein weiterer Brand einer Scheune bzw. Stallgebäude, das auf der rechten Seite im Zugangsbereich des Gutes lag ereignete sich in der zweiten Hälfte der 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts. Auch hier waren Vieh und die Heuernte betroffen.

 

Seit 1820 ist das Gut im Besitz der Familie und wird heute von Roswitha und Dietmar von Landsberg bewirtschaftet. Früher diente das Gut der Versorgung der Bewohner des Schlosses Georghausen. Seit dem frühen 20. Jahrhundert bis 1961 war es an verschiedene Landwirte verpachtet.

 

Quellen:

 

Beschreibung in Wikipedia „Cleverhof“ September 2021,

 

Persönliche Informationen: Roswitha und Dietmar von Landsberg

 

Maria Louise Denst: Lank on Lück an U’epe, Söulze on drömeröm, Paffrath Verlag Kürten,

 

Theo Stockberg: Gewässer-, Flur- und Ortsnamen in der Gemeinde Kürten und deren Umgebung-Abteilung III Ortsnamen, Kürtener Schriften, Heft 3, November 2001, Herausgeber: Geschichtsverein für die Gemeinde Kürten und Umgebung e.V.,

 

Hermann Engeländer: Offermannsheide, Eine Dorfchronik, Band 2, als Manuskript herausgegeben, November 1982.

 

Verfasser: Hans Reck

 

Bild 1: Schloss Georghausen um 1900, im Hintergrund Gut Cleverhof
Bild 2: Gut Cleverhof, Blick von Westen, vor dem Fliegerangriff 1945
Bild 3 Gut Cleverhof, Luftaufnahme aus dem Jahr 1972
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